Musterbeschreibung für königsmantelgescheckte Klein-Rexe (KMS)

Die KMS1 stehen seit November 2016 im Anerkennungsverfahren.

 

Position

Bewertungsskala

Punkte

1.

Gewicht

10

2.

Körperform, Typ und Bau

20

3.

Fellhaar

20

4.

siehe Bewertungsspiegel

15

5.

siehe Bewertungsspiegel

15

6.

siehe Bewertungsspiegel

15

7.

Pflegezustand

5

 

 

100

1. Gewicht

1,70 - 1,85

1,85 - 1,99

2,00 -  2,50

2,51 -  2,75

8 Punkte

9 Punkte

10 Punkte

9 Punkte

 

 

2. Körperform, Typ und Bau

Infolge der Kurzhaarigkeit treten die einzelnen Körpermerkmale schärfer in Erscheinung als bei den normalhaarigen Kleinrassen. Dies ist bei der Beurteilung der Form zu berücksichtigen.

Der Körper ist leicht gedrungen, vorne und hinten möglichst gleichmäßig breit; die Rückenlinie ist hinten gut abgerundet. Der Kopf erscheint ein wenig länglich, Stirn und Schnauzenpartie sind jedoch breit, die Backen kräftig, dem Kleinrextyp entsprechend. Die Ohren werden straff aufgerichtet getragen; sie sind stabil und fest im Gewebe. Die ideale Ohrenlänge liegt bei 8,00 bis 9,00 cm.*

Die Läufe sind kräftig und in ihrer Länge dem Kleinrextyp angepasst, die  Blume liegt fest am Körper an. Der Körper der Häsin unterscheidet sich von dem des Rammlers kaum und ist wammenfrei.

 

Leichte Fehler: Siehe »Allgemeines«. Leichte Abweichungen vom Typ, insbesondere verjüngte oder leicht gestreckte Form. Vom Ideal bis zur Höchst- bzw. Mindestlänge etwas abweichende Ohrenlänge.  Wammenansatz bei der Häsin.

Schwere Fehler: Siehe »Allgemeines«. Insbesondere stark vom Typ abweichender schmaler und lang gestreckter Rumpf, stark vom Rasse- bzw. Geschlechtstyp abweichende Kopfbildung. Ohrenlänge unter 7,00 cm und über 10,0 cm.

 

3. Fellhaar

Infolge seiner sehr feinen Begrannung fühlt sich das Fellhaar der Kurzhaarkaninchen viel weicher, samtartiger an als das der Normalhaarkaninchen (vgl. allgemeiner Teil zu Position 3). Die Behaarung ist sehr dicht und besitzt ein auf dem Haarboden fast senkrecht stehendes Fellhaar, das auf der Rückenmitte eine Länge von 16 - 20 mm  haben soll. Dort wird es im Bedarfsfall auch gemessen. Die einzelnen Haare dürfen weder wellig sein, noch Locken bilden. Sie müssen über eine genügende Stabilität verfügen. Wenn man mit der flachen Hand gegen den Strich über das Fell streicht, sollen sie fast senkrecht stehen bleiben oder nur langsam in ihre Ausgangslage zurückgehen. Die feinen, nicht gekrümmten Grannenhaare sollen mit dem Unterhaar in gleicher Höhe abschließen. Die Grannenspitzen dürfen aus dem Unterhaar um höchstens 1 mm überragen. Der Nackenkeil sei möglichst klein und lockenfrei. Doch werden sich wellige Haare im Nackenkeil und am Bauch (Geschlechtspartie) nicht vermeiden lassen. Je glatter die Nackenpartie, desto besser die Haarstruktur auch auf den übrigen Körperpartien und desto wertvoller das Fellhaar. Die Ohren sind gut behaart.

Leichte Fehler: Siehe »Allgemeines«. Ferner Besonderheiten zum Fellhaar der Klein-Rexe: Etwas kurzes oder langes Fellhaar zwischen Idealmaß und dem Mindest- oder Höchstmaß. Leichte Wirbel- oder Lockenbildung in der Decke (ausgenommen Keil und Bauch); leicht überstehende Grannen; wenig Unterhaardichte, schwache Fellhaarstruktur, schwach behaarte Ohren, wenig Spürhaare, schwachh behaarte Zehenballen der Vorderläufe, schwach behaarte Hinterläufe.

Schwere Fehler: Siehe »Allgemeines«. Ferner Besonderheiten zum Fellhaar der Klein-Rexe: Zu kurzes (unter 14 mm) oder zu langes (über 22 mm) Fellhaar; sehr lange Begrannung; starke Wirbel oder Lockenbildung in der Decke. Nicht überdeckbare Kahlstellen am Sprunggelenk bei ausgestrecktem Hinterlauf und Kahlstellen an den Zehenballen der Vorderläufe. Gänzlich fehlende Spürhaare.

Anmerkung  zu den  Positionen 4, 5 und 6:

Entsprechend dem Bewertungsspiegel der Farbenschläge gelten für die königsmantelgescheckten Klein-Rexe für die Bewertungs-Positionen 4 bis 6 folgende Musterbeschreibungen:

4. Mantelzeichnung

Hier gilt die Beschreibung der Zeichnung der Mecklenburger Schecken mit folgenden besonderen Abweichungen: Der Kopf ist überwiegend von der Zeichnungsfarbe erfasst, die Ohren sind völlig mit der Zeichnungsfarbe bedeckt. Der Stirnfleck soll, muss aber nicht vorhanden sein. Ein etwas grober Stirnfleck sowie farbige Schecken-Punkte an Unterkiefer und Kehle bleiben unberücksichtigt. Bis zu drei kleine freistehende Farbflecken auf der Brust werden toleriert.

 

Leichte Fehler: Hier gilt die Beschreibung der leichten Fehler der Mecklenburger Schecken mit den in der Positionsbeschreibung genannten Abweichungen. Zusätzlich gelten als leichte Fehler:  Vier oder fünf kleine Farbflecken auf der Brust.

Schwere Fehler: Hier gilt die Beschreibung der schweren Fehler der Mecklenburger Schecken mit den in der Positionsbeschreibung genannten Abweichungen. Zusätzlich gelten als schwere Fehler: Gänzlich mit Zeichnungsfarbe bedeckter Kopf. Mehr als fünf kleine Farbflecken oder starkes Vorherrschen der Zeichnungsfarbe auf der Brust.

5. Farbzeichnungsmuster

Das Farbzeichnungsmuster ist geprägt durch die gepartenartigen Punkte und Striche und deren Verteilung in der Mantelzeichnung an Kopf und Rumpf. Die Grundfarbe ist gelb, die schwarzen Punkte und Striche sind gleichmäßig über den gesamten farbigen Bereich gepardenartig verteilt (Mosaikfaktor). Die Punkte dürfen miteinander verbunden sein, sollen aber keine Farbfelder wie bei der Japanerzeichnung zeigen.

Eine gespaltene Zeichnung im Gesichtsbereich des Tieres ist erlaubt, wird aber nicht angestrebt. Die Kopfzeichnung ist umso besser, je bunter der Kopf erscheint.

 Leichte Fehler: Ungleichmäßige Farbzeichnungsmuster in der Mantelzeichnung. Etwas größere Bereiche ohne schwarze Zeichnung oder etwas große schwarze Zeichnungsfelder. Ausgeprägter Spaltkopf (Japanerzeichnung).

Schwere Fehler: Nur eine Zeichnungsfarbe an Kopf oder an mehr als einem Viertel des Rumpfes (nur gelb oder nur schwarz). Sehr grob zusammenhängende schwarze Zeichnungsmuster oder ausgeprägte Streifenbildung am Rumpf (Japanerzeichnung). Vorherrschen der schwarzen Zeichnungsfarbe.

6. Farbe

Die königsmantelgescheckten Klein-Rexe sind dreifarbig. Über der weißen Grundfarbe liegt die gelbe Mantelzeichnung mit ihren charakteristischen schwarzen Punkten und Strichen, die sehr gut sichtbar sind. Die gelbe Farbe darf in ihrer Intensität variieren. Intensives Gelb oder Cremegelb führen im Zusammenwirken mit den schwarzen Punkten zu mehr oder weniger Kontrast. Beides ist gleichwertig. Die gelben und schwarzen Farbbereiche sind frei von weißen Durchsetzungen. Die Augenfarbe ist dunkelbraun. Die Krallen sind pigmentlos (weiß).

Leichte Fehler: Leichte Durchsetzung der Farbbereiche mit weißen Haaren. Eine einzelne farbige Kralle (0,5 Punkte).  

Schwere Fehler: Starke Durchsetzung der Farbbereiche mit weißen Haaren. Starke Durchsetzung der Unterfarbe. Andere als die geforderte Augenfarbe. Mehr als eine farbige oder gefleckte Kralle.

 

7. Pflegezustand

Vergleiche: Standard 2018, Allgemeiner Teil, Seite A-53

Im Sinne des Tierschutzes sind Kaninchen stets in hervorragendem Pflegezustand zu halten. Insbesondere sind Rassekaninchen für eine Ausstellung schaufertig zu machen. Es obliegt dem Züchter, seine Tiere gebührend vorzubereiten. Hierzu gehören: saubere Läufe, Ohren und Geschlechtspartie, gut geschnittene und reinliche Krallen usw.

Zum erwünschten Schaufertigmachen gehören daher z.B.

  • Das Beschneiden der Krallen sowie das Entfernen von Stallschmutz an diesen

  • Das Reinigen der Geschlechtsecken

  • Die Reinigung von Ohren, Augen und Nase von Verschmutzungen

  • Die Fellpflege

  • Das behutsame Entfernen einzelner weißer oder andersfarbiger Deck- oder Grannenhaare, jedoch auf keinen Fall Spür- und Tastenhaare sowie Wimpern.

Anmerkung: Da ein guter Pflegezustand die absolute Voraussetzung eines jeden Ausstellungstieres ist, wird in dieser Position keine positive Bemerkung gegeben. 

Zum unerwünschten Schaufertigmachen gehören (die Aufzählung ist nicht abschließend):

  • Das Entfernen von Fellhaarbereichen z.B. Farb-, Zeichnungs- oder Abzeichen-Fehlern

  • Das Entfernen oder Verkürzen von Deck-, Grannen- und Unterhaaren in größeren ereichen, z.B. im Brustbereich, das Beschneiden von Haaren bei überstehenden Ohrenrandsäumungen sowie von Strinbücheln oder entlang von Zeichnungsmerkmalen.

Leichte Fehler: Leichter Stallschmutz, geringfügig unsaubere Ohren oder Geschlechtsteile, lange oder mehrere zu kurz (in die Durchblutung heinein geschnittene) Krallen. Leichte Filzbildung bei Normal-, Haarstruktur- und Kurzhaarrassen. Weiterhin führt das unerwünschte Schaufertigmachen zu Punktabzügen, wobei die Höhe des Abzugs vom Umfang der Veränderung abhängt. Zusätzlich wird neben dem Punktabzug für die unerwünschte Bearbeitung durch den Aussteller ein Punktabzug in der Position vorgenommen, in welcher der ursprüngliche Fehler vorhanden war oder noch ist.

Schwere Fehler: Stark verschmutzte Tiere, Starke Filzbildung bei Normal-, Haarstruktur- und Kurzhaarrassen.