Über mich

Seit meiner Kindheit, und die liegt schon ein halbes Jahrhundert zurück, beschäftige ich mich mit Tieren. Sie haben mein Leben entscheidend geprägt und sind mir bis heute treue Freunde geblieben.

Als 10-Jähriger habe ich bereits erfolgreich Kaninchen gezüchtet mit einer Häsin der Rasse Großchinchilla, die ich als Jungtier für 5,- DM bei einem bekannten Züchter erworben hatte. Sie zog sehr zuverlässig ihren Nachwuchs groß woran ich meine besondere Freude hatte. Mein Großvater unterstützte mich mit Rat und Tat, so dass  die Kaninchenbuchten im Spätsommer stets voll belegt waren. Auch konnte hin und wieder der Speiseplan mit Kaninchenbraten  ergänzt werden , was der ganzen Familie mehr als recht war.
Zu den Chinchilla kamen später noch Rheinische Schecken hinzu. Außerdem waren Hund,  Katze und Hühner  stets mit von der Partie. Es gab auch Zeiten, z.B. während Ausbildung und Studium, in denen die Kaninchenställe leer blieben.

Mit dem Eintritt in den Kaninchenzuchtverein SR 166 Blieskastel e.V. im Jahr 2008 begann für mich die organisierte Kaninchenzucht mit den Rassen Separator und Kleinschecken. Allmählich hat sich meine Leidenschaft für die Kurzhaarrasse Klein-Rexe entwickelt. So züchte ich seit 2012 den Farbenschlag Lux und zeitweise auch die Gelben.   Im Februar 2013 erhielt ich die Genehmigung zur Neuzüchtung der luxfarbigen Klein-Rexe vom Landesverband Saar. Sie standen als erster Farbenschlag im Anerkennungsverfahren von Februar 2013 bis Ende des Zuchtjahres 2017 und wurden schließlich zusammen mit den Castorfarbigen und den Dalmatiner schwarz-weiß zum Beginn des Zuchtjahres 2018 als Rasse bzw. Farbenschlag vollständig anerkannt und können nun nicht nur auf Landes- und Bundesschauen, sondern auch auf den Vereins- und Kreisschauen ausgestellt und nach dem Punktesystem bewertet werden.

Meine Klein-Rex-Zucht habe ich Anfang 2016 mit den Königsmantelschecken schwarz-gelb-weiß erweitert. Zusammen mit weiteren Begeisterten erreichten wir mit entsprechenden Anträgen, dass auch dieser Farbenschlag im Juni 2016 ins Anerkennungsverfahren des ZDRK aufgenommen wurde. Die Nachzucht darf nun tätowiert werden, wobei im rechten Ohr vor dem Vereinskennzeichen ein N für Nachzucht steht (NSR166).

Die Separator-Kaninchen und die Kleinschecken habe ich zu Gunsten der Klein-Rexe aufgegeben.


Diese Aufnahme entstand beim Arbeitseinsatz für die Alttierschau des SR 166 Blieskastel im November 2011 nach dem Abbau der Gehege und der Einlagerung in Wolfersheim ( v.l. hintere Reihe: Herbert Linder, Andreas Bauer, Stephan Gros, Berthold Neumüller, Gerd Gros;
 vorne: Michael Alff und Alban Staab ).

 

In über zehn Ländern ist das Klein-Rex-Kaninchen in den letzten Jahren in vielen Farbenschlägen bereits zur vollständigen Anerkennung gelangt. Unter anderem auch in Luxemburg.


Eine Junghäsin wird gerade von Tätowiermeister Aly Kockhans gekennzeichnet, dabei drückt er den Tieren mit einer Tätowierzange die Kennzeichnung in die Ohren: Im rechten Ohr erhält sie die fortlaufende Nummer 768x, links 82DG für den Wurfmonat August 2012, wobei die Buchstaben DG für den luxemburgischen Kleintierzüchterverein Dudelange stehen, die Ziffer 8 für den Monat August und die 2 für das Jahr 2012.

Durch meine zeitweilige Mitgliedschaft im Kleintierzüchterverein Dudelange konnte ich zu Beginn meiner Klein-Rex-Zucht meine Tiere in Luxemburg ausstellen und bewerten lassen. Auch wurden meine gezüchteten Jungtiere dort ins Zuchtbuch eingetragen und mit einer Tätowierung gekennzeichnet, was in Deutschland zu dieser Zeit noch nicht möglich war.

 

Kennzeichnung
In Deutschland wird in das rechte Ohr die Kennzeichnung für den jeweiligen Landesverband (SR für LV Saar) und die Vereinsnummer (166 für den Kaninchenzuchtverein Blieskastel) tätowiert. Bei einer Rasse im Anerkennungsverfahren wird, wie oben bereits erwähnt, ein N für "Neuzüchtung" vorangestellt, z.B. NSR166.

Das linke Ohr erhält eine erste Ziffer für den  Geburtsmonat und eine zweite Ziffer (einstellig) für das Geburtsjahr sowie nachfolgend die fortlaufende Zuchtbuchnummer, z.B. 3614. Das Tier wurde im März (3) 2016 (6) geboren und erhielt die Nummer 14 innerhalb seiner Rasse  bzw. Farbenschlags. (Für die Monate Oktober, November und Dezember wird eine "0" vergeben und auf das Folgejahr tätowiert.)

Beim Tätowieren drückt der Tätowiermeister des Vereins zuerst mit einer Tätowierzange die Ziffern und Buchstaben in die Ohren des Kaninchens. Danach wird schwarze Tätowierpaste auf den entsprechenden Stellen verrieben. Die Paste haftet in den eingedrückten Nummern und Buchstaben und wächst dauerhaft ins Ohr ein.

Stallanlage
Mein Außenstall mit 24 Buchten besteht aus Beton-Fertigteilen System WEIS (Buchtenmaße: 70 cm breit, 80 cm tief und 50 cm hoch) und hat vorne 1,5 m Dachüberstand. Die obere und mittlere Buchtenreihen haben verschließbare Durchlauföffnungen, so dass Doppelbuchten je nach Bedarf genutzt werden können.


Ein Außenstall wie dieser bietet viel Licht und stets frische Luft. Das weit überstehende Dach und vorgezogene Seitenwände schützen vor Wind, Regen und Schnee.


Die Stallanlage wird für den Winter mit transparenten Doppelstegplatten geschlossen, was  für Mensch und Tier sehr vorteilhaft ist. Bei tiefen Nachttemperaturen wird die offene Seite zugehängt.

Weitere 6 Buchten in Holzbauweise (BxTxH in cm: 80 x 70 x 60) mit verschließbaren Durchlauföffnungen befinden sich in einem allseitig geschlossenen Garagenanbau, bei dem zur warmen Jahreszeit eine Seite offen bleibt. Meine Kaninchenställe entsprechen den Anforderungen an eine  tierschutzgerechte Haltung von Kaninchen entsprechend der Richtlinie für Haltung und Zucht von Rassekaninchen im ZDRK (Stand 16.03.2013).

Jede Bucht ist mit Nippeltränke, Heuraufe und Edelstahlnapf ausgestattet. Während Frosttagen im Winter wird ein weiterer Edelstahlnapf für das Wasser an Stelle der Nippeltränke benutzt. Als Einstreu verwende ich Stroh. Auf Bodenroste verzichte ich, weil dadurch das Ausmisten erleichtert und die regelmäßige Reinigung vereinfacht werden.

 

Fütterung
Neben täglich gutem Heu und frischem Wasser reiche ich als Grundfutter Pelletts, ergänzt durch Wiesenschnitt im Frühjahr und Grünfutter aus dem Garten im Sommer. Der angebaute Furchenkohl sorgt hauptsächlich im Spätherbst und Winter für zusätzliche Vitamine. Obstbaumschnitt  von Apfel und Birne sowie Triebe und Blätter von Hasselnuss sorgen in der kalten Jahreszeit zusammen mit Futtermöhren für willkommene Abwechslung. Täglich wird zweimal gefüttert, während der Jungenaufzucht auch öfter. 
Der in unserem Garten kultivierte Furchenkohl, auch Dauerkohl oder Futterkohl genannt,  bieten ein hochwertiges, eiweißreiches Saftfutter während des ganzen Winters. Er ist absolut winterhart und wächst im zweiten und dritten Jahr über 1 Meter hoch. Wächst der Kohl erst einmal, so treibt er aus den Blattachseln immer wieder frische Blätter aus.              

 



Furchenkohl

 

Öffentlichkeitsarbeit
Neben meiner eigenen Webseite www.Klein-Rexe.de  habe ich auch für meinen Ortsverein SR166 Blieskastel e.V. eine Hompage www.SR166.de aufgebaut und bin seit Jahren bemüht beide fortlaufend zu aktualisieren. Der Kaninchenzucht im allgemeinen ist zu wünschen, dass es weiterhin genügend Menschen gibt, die dabei mithelfen die bunte Palette der Farben und Rassen zu erhalten.
 

Ausstellungs-Erfolge
Ausstellungs-Erfolge konnte ich auch schon verbuchen, so bin ich mit Separator Kaninchen und Kleinschecken mehrere male Kreismeister und Landesmeister geworden und habe bei der EE Europaschau 2015 in Metz mit meinen luxfarbigen Klein-Rexen den Europameister- und Europachampion-Titel errungen (siehe Bewertungen).

 

Gedanken zum Hobby Kleintierzucht

Auch wenn Kleintierzüchter immer wieder als primitiv belächelt werden, so zähle ich mich gerne zu dieser Gattung "rückständiger" Menschen, weiß ich doch, Tiere sind im allgemeinen und Kleintierzucht im besonderen nicht nur ein hochinteressantes Hobby, sondern auch eine unerschöpfliche Quelle der Freude. Die verantwortungsvolle Beschäftigung mit Tieren bereichert unser Leben und beeinflusst nachweislich die Entwicklung eines Kindes zum Guten hin.

 

Der Mensch hält sich für weise,

glaubt wunder, wer er sei,

und weiß nicht mal, was erst war,

die Henne oder's Ei.
 

Und weil er auch sein Dasein

vollkommen überschätzt,

ist er durch diesen Hochmut

sein Leben lang gehetzt.
 

Drum nimm Dir, Mensch, ein Beispiel

an Tierwelt und Natur,

das gibt Dir einen Maßstab

und weist die richt'ge Spur.
                             ©
'89 W. Kälberer

 

 

Natürlich hat auch Tierhaltung, wie vieles im Leben, ihre Schattenseiten. Zum Beispiel ist es nicht ganz einfach, zu verreisen und die Lieblinge Nachbarn oder guten Freunden anzuvertrauen. Diesbezüglich habe ich den großen Vorteil, dass unser ältester Sohn in der Nähe wohnt und die sachkundige Versorgung unserer Haustiere gerne übernimmt.
 

Was die Futterbeschaffung betrifft haben wir es heutzutage leichter als frühere Generationen. Der Handel hält ein großes Futtersortiment bereit, vom vollwertigen Alleinfuttermittel und Babystarter bis zu einer Vielzahl verschiedener Ergänzungsfuttermittel.


In früheren Zeiten war der Arbeitsaufwand ungleich größer als heute, woran uns die folgenden Verse von Bern Zinsel erinnern.

Kaninchenzucht       

Kaninchenzucht ist sehr schön, doch ich sag es unumwunden,

mit Arbeit ist sie auch verbunden.

Denn Kaninchen, ob groß und klein,

täglich wollen sie gefüttert sein.

Die Arbeit fängt im Frühjahr an,

da ist das Säen und Pflanzen dran.

Denn mit dem schönen Wetter

hoffen die Kaninchen auf zarte Blätter.

Im Juni, ja das wissen wir,

steht die Heumahd vor der Tür.

Ist der Grashalm ausgereift,

man schnell zur scharfen Sense greift.
 

Wenn dann die Bremsen stechen,

greife sehr schnell zum Rechen.

Denn verdirbt das Heu durch ein Gewitter,

ist das traurig und sehr bitter.
 

Heu das soll doch trocken sein,

fährt man es in die Scheune ein.

Im Sommer dann, die Luft ist heiß,

da badet man im eignen Schweiß.
 

Sollen Rüben Erträge bringen,

muss das Hacken dir gelingen.

Und kommt der Urlaub dann heran,

fangen auch schon die Sorgen an.
 

Fährst du dann fort ganz unbeschwert,

merkt man, wie viel ein Freund ist wert.

Im November, die Ausstellungszeit kommt heran,

sieht man die Tiere dreimal an.

Stimmt nun endlich das Gewicht?

Ist das Fell auch richtig dicht?

Sind die Ohren nicht zu lang?

Bei weißen Büscheln wird mir bang.
 

Ist der Körperbau sehr schön,

kann man zur nächsten Schau hingehen.

War das Jahr auch nicht so gut,

verlässt uns nie der Züchtermut.
 

Was wird das neue Jahr uns bringen?

Ein Super-Rammler muss gelingen!

Die Züchtung ist wie eine Sucht.

Fürs neue Jahr „Gut Zucht!“                 © Bern Zinsel, Altenburg